Über dieses Buch

Auszug aus einem (noch nicht geführten) Spiegel-Interview:

Eine Lesbe und Bier? Wie passt das zusammen? "Das ist eine naturgegebene Verbindung wie Yin & Yang, Ernie & Bert, Feng & Shui oder Dick & Doof."

Aber warum eine Biergrafie? Kann eine Lesbe nicht wie ein ganz normaler Mensch auch eine verdammte Biografie schreiben? "Nein, denn ich bin allergisch, sowohl gegen Obst als auch gegen Gemüse. Und seien Sie froh, dass ich keinen Aperol-Spritz trinke, sonst hieße es Aperol-Spritzgrafie oder Holunderbeerschorlengrafie."

Warum schreibt eine so junge, gut aussehende Frau überhaupt ihre Biergrafie, statt sich über die Frauenquote in irgendein Manager-Amt bei der Telekom hoch zu schlafen? "Na ja, wenn Philipp Lahm das kann, dann kann ich das auch. Und wenn Charlotte Roche ihre Tagebücher publiziert, dann kann ich das erst recht."

Das Ergebnis

Das Ergebnis dieser satirischen Betrachtungen: Die Lesbe ist einem Mann ähnlicher, als man denkt. Sie kann sehr viel trinken, interessiert sich für Fußball und will nie nach Hause, weil es irgendwo immer noch eine geöffnete Kneipe gibt, in der man einen Absacker erhält.

Was ihr hierbei widerfährt, soll fortan nicht länger ein Geheimnis bleiben.

Fazit: Ein sehr unterhaltsames Werk zur Völkerverständigung und gleichsam eine Art Ratgeber zum Trinken ohne soziale Kontrolle. Leider sind die meisten Personen oder Geschichten in diesem Buch nicht alle frei erfunden, aber wen es tröstet: Sie wirken so.

knezevic-heterosexuelle-biergrafie-600x970

Zur Autorin

Diana Knezevic (*1971) ist eine der Welt noch völlig unbekannte Autorin, weil der Spiegel nie ein Interview mit ihr führt. Für diesen Titel hat sie sich todesmutig mit der Künstlersozialkasse angelegt und zusammen mit ihren Freunden mehrere Jahre verschiedene Kölschsorten getestet. Dieser Band ist der 1. Teil einer Trilogie von Biergrafien, in denen ein sehr liberaler Umgang mit Frauen, Sex und Alkohol gepflegt wird.

Wichtiger Hinweis

Dieses Buch ist sehr informativ für alle, die immer schon mal wissen wollten, was eigentlich passiert, während man Bier trinkt. Es enthält einige überarbeitete und geänderte Kapitel aus dem im Sonnenkinder-Verlag erschienenen Buch “Die Mösenmafia – Lesben und andere Pauschalterroristen” (2002) sowie ein Kapitel aus dem noch erscheinenden Titel “Fressen, Ficken, Facebook” von Diana Knezevic.

Kaufen! Jetzt.

Hier können Sie ganz einfach bei Amazon bestellen.

Jetzt kaufen!

Die besten Zitate

  • Sex

    "Sex ohne Liebe ist wie egoistische Gymnastik mit bezahlten oder unbezahlten Statisten. Aber das ist immer noch interaktiver als Masturbation."
    Best of lesbische Biergrafie
  • Feuerzeuge

    "Wir waren offenbar die einzigen Menschen, die es schafften, jedes Feuerzeug wirklich leer zu rauchen, statt es zu verlieren."
    Best of lesbische Biergrafie
  • Onaniererei

    "Bei der ganzen Onaniererei habe ich ganz vergessen, mich vorzustellen."
    Best of lesbische Biergrafie
  • Eizellen spenden

    "Wir wollten Eizellen spenden, ohne die Empfängerinnen darüber zu informieren, dass die Kinder aller Wahrscheinlichkeit nach nutzlose Schriftsteller und Alkoholiker werden würden."
    Best of lesbische Biergrafie
  • Zungenkuss mit Laterne

    "Ein Kölsch will schnell getrunken werden, sonst schmeckt es wie ein Zungenkuss mit einer Laterne im September."
    Best of lesbische Biergrafie

Inhaltsverzeichnis

Kap. 1: Der Gruppen-Onanie-Workshop
Kap. 2: Warum die Iraner eine Atombome bauen
Kap. 3: Von Reitsportartikeln und kiffenden Kenianern
Kap. 4: Salz aus Bosnien und Wärmflaschen mit Namen
Kap. 5: Der Schützengraben, die Veganer, der Porno & ich
Kap. 6: 9 1/2 Knochen
Kap. 7: Ikea
Kap. 8: Wie ich mal 4,99 Euro gespart habe
Kap. 9: Mein Freund Willi
Kap. 10: Test the Lesb
Kap. 11: Von der Lesbe zur Krete
Kap. 12: Weltwirtschaftskrise durch Liebeskummer
Kap. 13: Warum Nietzsche das Internet blöd findet
Kap. 14: Der Hund im Bett

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 180 KB
Verlag: Meinbierverlag (13. November 2012)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B006QLQC86
Copyright: Diana Knezevic, Köln
Covergestaltung: Arnold Gerhardt, Köln
Foto: iStock Photo
Durckexemplare & Leseprobe: www.flyerking.de
Preis eBook: 5,98 Euro

Leseprobe

Auszug aus Kapitel 4: Salz aus Bosnien und Wärmflaschen mit Namen

Nach diesem doch eher recht altbackenen Ausflug vom vergangenen Samstag mit meinem Freund, dem Reitsportartikelverkäufer und Steuerhinterzieher, hatte ich beschlossen, mal ein wenig kürzer zu treten. Kürzer zu treten heißt auch, dass man sich zurück besinnt auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Nur: Was war wirklich wichtig? Auf Anhieb wollte mir nichts einfallen.
Seit ich mich im März bei Facebook registriert hatte, schien es mir wichtig zu sein, mich über die Verdauungsprozesse meiner 427 Freunde zu informieren und diese regelmäßig anzu-stupsen, damit mich diese zurück stupsen konnten. Der durchschnittliche User publiziert ja in der Regel stündlich auf so genannten unterbelichteten Speisefotos, was er gerade gegessen oder getrunken hat. In der Fress- und Saufpause stupst er seine Freunde an. Dabei wissen die meisten gar nicht mehr, wie es ist, wenn man im wirklichen Leben jemanden anstupst. Dann kriegt man nämlich in der Regel was aufs Maul.

Der freie Mensch

Manchmal muss man nicht wissen, was man will. Manchmal reicht es auch zu wissen, was man nicht will. So ähnlich verhielt es sich auch bei meinen Überlegungen zu der Frage, was wirklich wichtig war. Meine fressenden und stupsenden Freunde bei Facebook waren es nicht, denn sie hielten mich von wichtigeren Dingen ab. Welche das waren, würde ich ja spätestens dann merken, wenn ich darüber nachdenken können würde. Also deaktivierte ich mein Konto mit ein paar Klicks. Ganz so einfach war das aber nicht. Facebook drückt richtig auf deine Tränendrüse, wenn du dich abmelden möchtest. „Andrea wird dich vermissen!“ steht dann dort, mit einem Foto von Andrea, die dich mit ihrem Profilbild traurig anguckt. Und für eine Sekunde war ich versucht, Andrea diesen Schmerz nicht zuzufügen, damit sie sich aufgrund der beendeten Freundschaft nicht unnötig umbrachte.
„Da muss sie jetzt durch, und die 426 anderen auch“, dachte ich schlussendlich. Nachdem ich alle an das schlechte Gewissen appellierenden Fragen, ob ich das wirklich tun wolle, mit ja beantwortet hatte, fühlte ich mich plötzlich wie ein vollkommen freier Mensch. Und genau in diesem Moment fiel die Antwort auf meine Frage, was wirklich wichtig war, vom Himmel: Zeit.

Die Erledigungsblockade

Jetzt konnte es losgehen. Ich konnte kürzer treten und meine Zeit sinnvoll nutzen. Also lehnte ich mich auf meinem Bürostuhl zurück, faltete die Hände auf meinem kleinen Bierbauch und blickte mich in meinem Arbeitszimmer um. Doch was ich dann sah, war nicht schön. Da lagen Hunderte von unsortierten Belegen, die ich allesamt für die Künstlersozialkasse aufbereiten musste, damit mir die dösige Sachbearbeiterin endlich glaubte, dass ich so was ähnliches wie ein nackter Neger war, dem man nicht in die Taschen greifen konnte. Aber wenigstens war ich kein kiffender nackter Neger!
Nun verhält es sich aber mit dem Sortieren von Belegen ähnlich wie mit allen anderen lästigen Tätigkeiten auch. Max Goldt prägte in diesem Zusammenhang den Begriff der Prokrastination. Das musste ich erst mal googeln und fand heraus, dass es sich dabei schlicht um eine Erledigungsblockade oder um das Aufschieben von etwas Wichtigem handelt.
Mist! Jetzt hatte ich Zeit und litt an Prokrastination! Diese äußerte sich unter anderem darin, dass ich begann, die Türklinken in meiner Wohnung zu putzen. Das wollte ich immer schon mal tun. Wie oft hat man Besuch, von dem einem schwant, dass er sich womöglich nach dem Gang zur Toilette die Hände nicht ausreichend reinigt?

Dinge, die getan werden müssen

Prokrastination kann sich jedoch auch rein gedanklich äußern. Man muss nicht immer etwas tun, man kann auch einfach nur am Küchentisch sitzen und denken. Da meine zwei Wärmflaschen auf der Spüle lagen, kam es mir in den Sinn, ihnen endlich einmal Namen zu geben, um sie aus der Anonymität ihres trostlosen Plastik-Daseins zu holen und sie zu vermenschlichen. Schließlich lagen die Dinger jeden Abend mit mir im Bett, öfter als jede Frau, an die ich mich noch namentlich erinnere. Ich entschied mich für „Wo bist du?“ und „Runter an die Füße.“ Das hatte ich also auch schon mal erledigt.
Das Schlimme an dieser Erledigungsblockade aber ist, dass alle auf diese Weise ersonnenen Ablenkungsmanöver sehr kurzweilig wirken. Nach dem Aufräumen der Socken-Schublade fiel mir ein, dass ich meinen Handy-Tarif bereits seit zwölf Monaten ändern wollte, und so schlug ich mich eine weitere halbe Stunde mit der Dame von der Eplus-Hotline herum. Artig bedankte ich mich für das uninformative Gespräch und kündigte an, zu kündigen, um jetzt zum Wettbewerb zu wechseln. Das tat ich natürlich nicht, denn mein Prokrastinations-Konzept sah keinen Aufenthalt in einer langen Schlange in einem Telefonladen vor. Da hätte ich ebenso gut Leute im Internet anstupsen können.

“Pilchern”

Doch plötzlich überkam mich ein merkwürdiger Durst. Da ich alle industriell hergestellten Getränke – bis auf Kaffee, Wasser und Bier – für die epidemische Verbreitung von Karies in unserer Gesellschaft verantwortlich zeichne, mir aber weder nach Kaffee, noch nach Wasser oder Bier zumute war, wollte ich mir eine Ingwerwurzel zulegen, die ich umgehend käuflich beim Türken erwarb. Daraus kann man prima Tee kochen und da es sich selbst für eine Lesbe nicht schickt, vor 16 Uhr Bier zu trinken, schien mir Ingwertee eine probate Alternative.
Als ich nach meiner Rückkehr ins Haus den Briefkasten passierte, prokrastinierte ich weiter, indem ich diesen leerte und im Treppenhaus die Wurstpreise aus der „Einkauf Aktuell“ studierte. Der Tag zog sich wie Kaugummi und ein Blick durch die offene Tür in mein Arbeitszimmer verhieß, dass die Belege dort immer noch lagen. Es hatte sich nichts an der Gesamtsituation geändert. Dafür wurde es langsam dunkel und das bedeutete, dass ich bald ins Bett konnte, um ZDF zu gucken. Ich gucke für mein Leben gerne ZDF. Die Neon hat dafür einen neuen Begriff gefunden: Pilchern. Ich habe auch eine Erklärung dafür, warum der Sender mit den zwei Fingern auf den Augen ihrer Moderatoren wirbt: So fühlt sich ZDF gucken nämlich an. Die Augen werden immer schwerer und man fällt in den so genannten Klaus-Kleber-Sekundenschlaf.
Gegen 19:30 Uhr lag ich also mit „Wo bist du?“ und „Runter an die Füße!“ im Bett und ließ mich vom Wirtschaftsmagazin WISO einschläfern. Ich dachte noch, dass der Moderator dringend eine neue Frisur, eine neue Brille und einen neuen Anzug braucht, ja, dass das Magazin eigentlich dringend einen neuen Moderator benötigt, als mich mein Telefon aus dem Dämmerzustand klingelte.

Suizid abgewendet

Eine ehemalige Freundin (Andrea von Facebook) wollte wissen, ob ich sie in dem sozialen Netzwerk blockiert hätte.„Aber nein!“ erwiderte ich höflich. „Ich habe meinen Account lediglich deaktiviert, weil ich keine Zeit mehr hatte.“ Das hätte nichts mit ihr persönlich zu tun. Beruhigt legte sie auf und ich atmete tief durch. Das war ja gerade noch mal gut gegangen. Wenigstens hatte sie vorher angerufen, um sich zu erkundigen, bevor sie grundlos zum Selbstmord geschritten war.

Geniale Geschäftsideen

Natürlich waren die Belege am nächsten Tag immer noch unberührt und ich beschloss, einen Trinktermin für den Abend mit ein paar Freunden aus dem wirklichen Leben zu vereinbaren, um einige neue Geschäftsideen zu entwickeln, nachdem die alten augenscheinlich nicht funktioniert hatten. Die Zeit des Wartens bis 16 Uhr verbrachte ich mit Prokrastination. Ich begann, mir Spam-Mails durchzulesen und diese – mit Kommentaren versehen – an die Absender zurück zu schicken. (…) Danach warf ich einen schnellen Blick auf die Uhr. Geschafft! Es war vier. Ich konnte Bier trinken gehen. Zu diesem Zweck bin ich eng mit dem schwulen Kiosk-Besitzer Andreas in der Kölner Innenstadt befreundet, der neben seiner Verkaufskammer einen urigen Partyraum eingerichtet hat, den er immer passend zur Jahreszeit anders schmückt. Offenbar stand uns Weihnachten bevor, denn er hatte überall Watte als Schnee drapiert und Nikoläuse aus Plastik aufgestellt. Eine der eingeladenen Freundinnen aus dem wirklichen Leben, mit der ich einst auf Facebook befreundet war, betrat den Kiosk kurz nach mir, nicht minder durstig, weil auch sie Mitglied in der Künstlersozialkasse ist und Angst hat, Geld zu verdienen, weil Geld verdienen bedeutet, dass man sich anschließend in 87 Briefen gegenüber der Krankenkasse erklären muss, wie es dazu kam. Mit ihr entwickelte ich die erste neue Geschäftsidee. Wir wollten Eizellen spenden, ohne die Empfängerinnen darüber in Kenntnis zu setzen, dass die daraus resultierenden Kinder aller Wahrscheinlichkeit nach arbeitslose Schriftsteller und Alkoholiker werden würden. So schrieb ich diesen Punkt in mein Notizbuch, um ihn am Folgetag zu vertiefen und einen Businessplan sowie eine Power Point Präsentation dazu zu verfassen. Der Freundin übertrug ich die Aufgabe, einen Existenzgründerzuschuss zu beantragen und die marktüblichen Preise für Eizellen zu recherchieren. Wie wir schnell errechnet hatten, konnten wir zusammen pro Jahr immerhin 24 Stück davon verkaufen. (Eine spätere Recherche ergab, dass der weibliche Uterus weitaus mehr Eizellen pro Jahr produziert, doch wir wollten das Risiko einer Alkoholiker-Seuche aus ethischen Gründen etwas minimieren.)

Beischlaflisten und Salz aus Bosnien

Anschließend diskutierten wir über unsere Drehbuchentwürfe und darüber, mit wem wir nun schlafen mussten, damit diese auch verfilmt würden. Ich machte eine Liste mit Namen, weil ich diese Frauen aus der Kölner Medienbranche am nächsten Morgen anrufen wollte, um Beischlaftermine zu vereinbaren.
Ich bin aus unerklärlichen Gründen mit sehr vielen schwulen Alkoholikern befreundet, – was übrigens, hätte ich uneingeschränkte und freie Berufswahl, mein deklarierter Lieblingsberuf wäre –, und einige von ihnen hatte ich ebenfalls zu diesem Trinktermin eingeladen. Doch wie es schwulen Alkoholikern zu Eigen ist, kommen sie selten pünktlich. Zu diesen Zuspätkommern zählte auch der Steuerhinterzieher. Ihm verdankten wir die bis dahin beste Geschäftsidee, denn er hatte aus zuverlässiger Quelle (RTL Explosiv) erfahren, dass es im Winter zu einer Streusalzknappheit kommen würde. Alles, was wir nun tun mussten, war LKW-Ladungen voller Salz aus Bosnien zu importieren, um damit deutsche Baumärkte zu beliefern. Wieder machte ich mir eine Notiz, damit ich am Folgetag nicht vergaß, meine Kontakte in Bosnien-Herzegowina anzurufen, die sowieso nichts zu tun hatten und den ganzen Tag unter einem Apfelbaum saßen, um Schnaps zu trinken.
Meine noch recht besonnen wirkende Freundin, die zukünftige Eizellen-Spenderin aus der Künstlersozialkasse, hatte jedoch einen Einwand. „Was“, fragte sie, „wenn sich das Klima wandelt und der Winter doch nicht so hart wird wie befürchtet?“
„Hm“, grübelte ich kurz und erwiderte knapp: „Dann verkaufen wir das Salz eben an die Frauen aus der Medienbranche, die sich geweigert haben wegen unserer Drehbücher mit uns zu schlafen, als Koks.“ Auch diesen blitzgescheiten Gedanken notierte ich schnell, damit er nicht in Vergessenheit geriet.

Sauerbraten-to-Go

Aus den Lautsprechern in dem kitschigen Kiosk drang übrigens Weihnachtsmusik, womit wir wohl unfreiwillig und unbewusst eine Weihnachtsfeier feierten. Zu Weihnachten, merkte ich an, darf auf gar keinen Fall ein Sauerbraten fehlen, aber am schönsten wäre es doch, wenn wir eine Sauerbraten-To-Go-Company gründen würden. Eine andere Freundin, die sich zwischenzeitlich dazu gesellt hatte, tat dazu kund, sie wüsste – ebenfalls aus zuverlässiger Quelle (Radio Erft) –, dass man in Irland gegenwärtig sehr günstig Pferde einkaufen könne, um damit das Lager für das Sauerbraten-Geschäft zu füllen. Auch dieses schrieb ich nieder, galt es doch, mit einem befreundeten St. Pauli Fan aus Hamburg zu telefonieren, der im Container-Gewerbe tätig war, damit wir die Pferde aus Irland unbeschadet nach Deutschland importieren konnten. Und wer kein Pferdefleisch mochte, der sollte von einem Kumpel aus dem Sauerland mit Rindern versorgt werden, wobei ich mir selbst den Rechercheauftrag gab, zu checken, ob man Milchkühe essen könne, da der Kumpel Milchbauer war.
So ging das heitere Berufe-Raten noch einige Stunden weiter. Auf der Liste standen am Ende eine Spargel-Plantage in Kroatien, diverse Solarenergieanlagen in Griechenland sowie der von mir mit krickeliger Schrift festgehaltene Vorschlag des zu dem Zeitpunkt ebenfalls betrunkenen Kioskbesitzers, doch ein Windkraftrad auf dem Kölner Dom zu installieren. Als wir auf den Dom zu sprechen kamen, schlug ich vor, eine kostenlose App zu entwickeln, mit der man in drei Schritten online aus der Kirche austreten kann. Und ein kostenpflichtiges dazu, falls man wieder eintreten möchte.

Die Beschwerde

Wie es zu der Notiz kam, dass ich meine Wohnung an den Wirt der rumänischen Mafia-Bar aus meinem Veedel untervermieten wollte, damit der daraus einen Puff machen könnte, während ich auswandern wollte, um in der Toskana als Paartherapeutin zu arbeiten, weiß ich leider nicht mehr. Gegen 2.30 Uhr setzte mich mein Freund, der Steuerhinterzieher, in ein Taxi. Dort merkte ich mir unter Aufbringung all meiner Kraft und Konzentration die Nummer des Wagens, 977, und ermahnte mich im Stillen immer wieder, dass ich mich unbedingt über den Fahrer beschweren wollte. Leider erinnerte ich mich am nächsten Morgen nur noch an die Nummer, jedoch nicht mehr an den Grund meiner Beschwerde, so dass mir diese wenig aussichtsreich erschien.

Belege in Bergisch-Gladbach

Die Belege sind nun, eine Woche später, endlich sortiert und wurden umgehend von mir beim Steuerberater abgeliefert. Das dauerte übrigens nur eine Stunde. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir die ganze beschissene Prokrastination völlig sparen können.
Übrigens: Eine weitere Woche später rief mich mein Steuerberater an und fragte: „Wo sind denn deine Belege?“ Jemand hatte sie seiner 75 Jahre alten Buchhalterin mit nach Hause nach Bergisch-Gladbach gegeben, wo sie jetzt vermutlich unter der GONG liegen und irgendwann im Altpapier landen. Wenigstens sind die Türklinken nun endlich mal geputzt.

Das sagen die Leser:

  • Göttlich!!!

    "Wenns dir mal wieder scheisse geht, lies die Biergrafie und du kannst wieder lächeln! Einfach göttlich!!! Unbedingt lesen und lachen."
    Daiana EilerRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Schöne Satire!

    "Wunderbar witziger Lesestoff. Lustig, schräg und sehr oft genau auf den wunden Punkt. Mir hat das Buch sehr gefallen, und ich möchte es hiermit gerne weiterempfehlen."
    QuickstartRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Köstlich!

    "Ich mag die Art wie Frau Knezevic mit Worten spielt und die Breite der Register, die sie dabei ziehen kann, von lebensresümierend tiefschürfend bis berufsjugendlich überheblich - klasse! Meine Empfehlung: KAUFEN, LESEN, lauthals LACHEN und auch ein wenig aufregen, es ist eben mit alles!"
    foeniginRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Kurzweilig und unterhaltsam

    "Kurzweilig und unterhaltsam. Ich habe sehr gelacht und auch mal den folgenden Gesichtsausdruck aufgelegt: "AAAAAAAAH, OH NEIN... IS NICH WAHR!" ;) ... und sollte mal eine Lesung in Eurer nähe sein, NIX WIE HIN!!! Der visuelle bzw. mediale Bonus lohnt sich ebenfalls sehr ;) ... in diesem Sinne, PROST!"
    Die_AlexRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Lustig!

    "Klare, kluge und witzige Dialoge, viel zum Lachen: ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann."
    LazerwomanRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Rare Ware!

    "Intelligent, witzig und geistreich. Dass man zudem manchmal wirklich laut lachen muss, geschieht mir beim Lesen eher selten, deshalb erhält dieses Buch von mir 5 Sterne. Freue mich auf Fortsetzung."
    LuisaRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)

Kaufen! Jetzt.

Lust auf mehr? Hier können Sie ganz einfach bei Amazon bestellen. Jetzt kaufen!