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Die Schreibkraft spricht

Ich wurde in einer westfälischen Kleinstadt geboren, in der Hornhautumbra noch heute die dominierende Kleidungsfarbe ist. Mein Vater stammt vom Balkan, die Mutter aus dem Sauerland. Als das Produkt dieser experimentellen Integrationspolitik weise ich diverse genetische Defekte auf. Mir fehlt zum Beispiel das Nach-Hause-Gen. Außerdem verfüge ich über einen Hang zu Buchtiteln, die in der Hauptsache provozieren, aber nicht unbedingt zum Kauf anregen. Dabei ist der Inhalt wahnsinnig witzig, manchmal tragisch, doch überwiegend extrem komisch.

Es war übrigens niemand geringeres als Lilo von Kiesenwetter, die Seherin vom Rhein, die einst zu einer Freundin von mir sagte: "Ich sehe," sagte sie, "Sie kennen eine Frau, die schreibt. Aber die schreibt komische Sachen, oder?"

Für Mettwurst töten

Nach einem Austauschjahr in Iowa, dem Sauerland der USA ohne Berge, machte ich das Abitur in Dortmund. Danach stand mir die Welt offen. Ich hätte alles werden können: Fleischereifachverkäuferin (weil ich für Mettwurst töten würde), Kriminalkommissarin beim BKA (weil ich Kriminalfälle aus der Zeitung löse) oder Ärztin ohne Grenzen (weil ich damit schneller an den Tresen komme). Doch stattdessen studierte ich Kommunikationswissenschaftler, Anglisten und Psychologen an der Universität in Essen.

Beobachtungen im Verlauf der Menschwerdung

Im allgemeinen Verlauf meiner Menschwerdung machte ich viele interessante Beobachtungen. Beispielsweise zog ich es vor der Aufnahme meines Studiums tatsächlich in Erwägung, Kriminalkommissarin beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden zu werden und absolvierte den Aufnahmetest. Doch zu dieser Zeit exekutierte das BKA einen ehemaligen RAF-Terroristen auf einem abgelegenen Bahngleis, was ich nicht so appetitlich und vertrauenserweckend fand. Eine Karriere bei dem Verein schien somit obsolet und der Staat als Lebenskonzept hinfällig.

Das Studium und die Sprachpsychologie

Während des Studiums wirkte ich dann als studentische Hilfskraft bei der Herstellung eines Standardwerks meines Professors zum Thema Sprachpsychologie mit. Das Inhaltsverzeichnis enthielt ein ernst gemeintes Kapitel: „Gaunersprache, Frauensprache, Judensprache“. Der Zusammenhang erschließt sich mir bis heute noch nicht. Zudem kopulierte einer meiner Professoren im zarten Alter von Anfang 60 mit einer meiner Kommilitoninnen, verließ wegen dieser seine Gattin und unterstützte die Studentin beim Plagiat ihrer Magisterarbeit. Ein weiterer Professor glaubte fest daran, Multiple Sklerose sei mit Hilfe der Psychoanalyse heilbar und manipulierte zum Beweis seiner Hypothese die Ergebnisse einer Langzeitstudie. Andere Psychologen aus dem Institut quatschten abends beim ersten Bier hemmungslos offen über die sexuellen Funktionsstörungen ihrer Patienten. Wenn mir das BKA schon verrückt erschien, so war ich doch an der Universität offenbar in einer Irrenanstalt gelandet. Die Wissenschaft schied deshalb als Alternative zum Staat aus.

Keine Option: Ärztin ohne Grenzen

Irgendwann zog ich einer Krankheit namens Liebe wegen für eine kleine Weile nach Berlin und arbeitete dort als gut bezahlte studentische Aushilfe in einer Arztpraxis. Der Arzt betrog seine Ehefrau auf dem Golfplatz, und die Ungleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten stieß auf mein Unverständnis. Seither interessiere ich mich auch nicht mehr für Krankheiten. Die Option, eine Karriere als Ärztin ohne Grenzen zu machen, hatte sich zerschlagen.

Survival of the Fittest

Den direkten Weg zum Tresen in überfüllten Bars finde ich jedoch auch ohne den abgelutschten Spruch "Lassen Sie mich durch! Ich bin Arzt!" Auf die Frage anderer Gäste, was mein Drängeln in Richtung Zapfhahn denn solle, reagiere ich in der Regel lapidar mit einer Gegenfrage: "Schon mal was von Darwin und Survival of the Fittest gehört?"

Klimakatastrophe

Der Mensch aber braucht einen Plan und eine Perspektive, sonst fühlt er sich nutzlos und guckt RTL. Ich wollte immer schon schreiben. Am liebsten in einem Leuchtturm an der Nordsee, und wenn ich Geduld beweisen würde, käme dieser Leuchtturm bzw. die Nordsee aufgrund der Klimakatastrophe gewiss bald zu mir nach Nordrhein-Westfalen.

Der Vorteil von der Norm abzuweichen

Nach diesen gemachten Erfahrungen stand ich staatlichen Behörden und vermeintlichen geistigen Kapazitäten jedoch berechtigterweise skeptisch gegenüber. Ich glaube weder an eine Religion noch an den Staat, geschweige denn an die Wissenschaft, zumal ich noch keine Statistik gelesen habe, die meine Lebensrealität widerspiegelt. Die einzigen, die mich überzeugen können, seit ich lesen und denken kann, sind Asterix, Obelix und Philosophen wie Aristoteles oder Sokrates. Aus diesem Grund beschäftige ich mich u.a. viel mit Erich Fromms Buch „Die Furcht vor der Freiheit“.

Zu kleine Geschlechtsorgane

Ich bin fest davon überzeugt, dass BWLer, Salafisten und Nazis diese Furcht vor der Freiheit miteinander teilen. Sie muss ihren Ursprung in viel zu kleinen Geschlechtsorganen haben. Meine persönliche Definition von Freiheit: Ich bin nicht auf der Welt, um anderen zu gefallen. Außerdem hat die Abweichung von der Norm den Vorteil, von der Norm abzuweichen.

Medienhuren - und andere Vorurteile

In Köln arbeite ich seit 2001 als freie Autorin und Texterin für Web, Werbung, Print und TV oder verdinge mich in verschiedenen Positionen für Imagefilme oder TV-Produktionen. Als Gründerin der Agentur „Medienhuren“ habe ich überdies viele Jahre professionelles Personal für die TV-Branche vermittelt, aber da viele hinter dem Agenturnamen einen Puff vermuteten, blieb ich weitestgehend von nervigen Anfragen verschont.

Ganz privat!

Als Privatperson interessiere ich mich hauptsächlich für den BvB, einen kleinen Fußballverein aus dem Ruhrgebiet. Während der laufenden Bundesligasaison möchte ich während der Spiele nicht gestört werden. Was an Fußball so faszinierend ist? Dabei treffe ich meistens auf ehrliche Menschen, die ehrliche Geschichten erzählen und ehrliche Gefühle haben. Zudem habe ich festgestellt, dass Lebensabschnittspartner kommen und gehen - der Verein und seine treuen Fans aber bleiben.

Meine Mutter

Auf die Frage meiner Mutter, was das mit dem Lesbianismus auf sich habe, antwortete ich bereits vor vielen Jahren sehr diplomatisch: „Ach das? Da bin ich einfach in die falschen Kreise geraten.“ Diese Mutter fragt mich auch ständig, ob ich nicht einmal etwas "Normales" schreiben könnte. Das habe Charlotte Roche mit "Feuchtgebiete" doch bereits sehr erfolgreich gemacht, lautete meine Antwort. Im Anschluss an dieses Gespräch schenkte ich meiner Mutter übrigens alle drei Bände von "Shades of Grey". Normal... Ich glaub, es hackt.

Achtung: Shitstorm!

Ob es dennoch empfehlenswert ist, eine Karriere als Lesbe anzustreben? Davon rate ich eindringlich ab, möchte aber die Hintergründe dafür nicht öffentlich preisgeben, weil ich sonst einen Shitstorm der feministischen Front befürchte. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Lesben sind auch nur Menschen und gehören meiner Meinung nach nicht in den Zoo. Bleibt die Frage, warum sie selbst so gerne ein Gehege um sich herum aufbauen und sich sozial isolieren bei gleichzeitiger Einforderung größtmöglicher gesellschaftlicher Toleranz.

Humanistischer Ansatz: Aussterben

Ich persönlich verfolge im Hinblick auf gesellschaftliche Toleranz einen humanistischen Ansatz und behaupte, dass es in jeder Bevölkerungsgruppe einen gleichmäßig verteilten Anteil von Bekloppten gibt, die man einfach weg ignorieren muss. Vielleicht fällt menschliche Dummheit ja auch irgendwann den Gesetzmäßigkeiten der Evolution zum Opfer. Doch das muss der Salafist / Nazi / BWLer  jetzt zweimal lesen, bevor er versteht, wie ich das meine...

Tourette-Syndrom

Mein Hang zu provokanten Titeln korrespondiert übrigens stark mit meinem latenten Tourette-Syndrom. Dabei geht es einzig um die Entäußerung von emotionalen Zuständen bei der Betrachtung der Welt, in der wir leben. Wenn alle mehr Mettwürste essen und einmal pro Tag ordentlich fluchen würden, gäbe es vermutlich weniger Kriege.

Schreiben, Filmen und Reisen...

...sind meine Leidenschaften. 2016 wird ein weiterer Buchtitel von mir erscheinen („Eine Parisienne zum Kuscheln”). An meinem Literaturnobelpreis-Projekt mit dem Titel "Fressen, Ficken, Facebook" arbeite ich weiterhin fleißig und unermüdlich, aber den Preis hätte ich gerne erst etwas später, weil ich im Moment nicht so viel Zeit für Pressetermine und ähnliche Veranstaltungen habe.

Sorry, wie war noch mal die Frage?

Ach ja, warum Bücher? Weil ich einige meiner Gedankengänge für ausgesprochen possierlich halte. Sollten Sie unbedingt mal lesen! Außerdem verfasse ich oft Texte und lache mich dabei kaputt. Wann haben Sie das letzte Mal bei der Arbeit laut gelacht?

Sollten Sie jetzt den Eindruck gewonnen haben, ich könnte tatsächlich mehr als nur eine SMS schreiben, und sollten Sie sich in der misslichen Lage befinden, selbst einen Text oder ein Buch zu benötigen, dürfen Sie mich gerne kontaktieren. Ich bin vor keinem Genre fies.

Interview mit mir selbst

Interview mit mir selbst

Selbstreflexion.

Sechs Buchtitel mit reichlich viel Sex, Spaß und Spannung - und Bier.

Alle Bücher

Das sagen die Leser

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  • Lustig!

    "Klare, kluge und witzige Dialoge, viel zum Lachen: ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann."
    LazerwomanRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Göttlich!!!

    "Wenns dir mal wieder scheisse geht, lies die Biergrafie und du kannst wieder lächeln! Einfach göttlich!!! Unbedingt lesen und lachen."
    Daiana EilerRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Rare Ware!

    "Intelligent, witzig und geistreich. Dass man zudem manchmal wirklich laut lachen muss, geschieht mir beim Lesen eher selten, deshalb erhält dieses Buch von mir 5 Sterne. Freue mich auf Fortsetzung."
    LuisaRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Kurzweilig und unterhaltsam

    "Kurzweilig und unterhaltsam. Ich habe sehr gelacht und auch mal den folgenden Gesichtsausdruck aufgelegt: "AAAAAAAAH, OH NEIN... IS NICH WAHR!" 😉 ... und sollte mal eine Lesung in Eurer nähe sein, NIX WIE HIN!!! Der visuelle bzw. mediale Bonus lohnt sich ebenfalls sehr 😉 ... in diesem Sinne, PROST!"
    Die_AlexRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Köstlich!

    "Ich mag die Art wie Frau Knezevic mit Worten spielt und die Breite der Register, die sie dabei ziehen kann, von lebensresümierend tiefschürfend bis berufsjugendlich überheblich - klasse! Meine Empfehlung: KAUFEN, LESEN, lauthals LACHEN und auch ein wenig aufregen, es ist eben mit alles!"
    foeniginRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)
  • Schöne Satire!

    "Wunderbar witziger Lesestoff. Lustig, schräg und sehr oft genau auf den wunden Punkt. Mir hat das Buch sehr gefallen, und ich möchte es hiermit gerne weiterempfehlen."
    QuickstartRezension bei Amazon (Meine lesbische Biergrafie)